Die Freizeit in Stapelage

 

Im Grunde genommen hatte ich keine bestimmte Erwartungen, als ich mich für den Single-Treff angemeldet hatte. Das einzige, was ich mir in dem Moment vorgestellt hatte, war neue Menschen kennen zu lernen.  Der schlimmste Feind unserer Zeit ist eben selbst die Zeit. Oft sagen wir „Ich habe keine Zeit“ und genau dieser Satz nimmt uns gefangen. Wir lassen uns oft bedingungslos von diesem Grundsatz in die Gefangenschaft führen.

Das Thema  "Unzufriedenheit – der Weg zur Veränderung" hatte mein Interesse geweckt, weil wir ja täglich damit konfrontiert werden. Ich habe mir aber nicht die nötige Zeit genommen, die ich mir gewünscht habe, um mich für das Treffen und das gewählte Thema vorzubereiten und darüber nachzudenken, welche Kriterien mich an diesem Thema am meisten beschäftigen. Eines habe ich feststellen müssen, wir nehmen uns viel zu wenig Zeit um genau über dieses Thema in unserem Leben, das uns am meisten prägt, nachzudenken - um einiges in unserem Leben auch verändern lassen.

Erstens war ich von der Herzlichkeit, mit der man empfangen wurde, angetan. Es hat mich gefreut zu sehen, obwohl ein jeder grundlegend verschieden ist, doch alle hervorragend und freundlich miteinander umgegangen sind. Ich habe mich richtig wohl gefühlt unter dieser Truppe und ich wünsche mir, nach Möglichkeit bei jeder Veranstaltung in Zukunft dabei zu sein.

Ich bin überzeugt, dass solche Singletreffen eine große Bedeutung, für jeden einzelnen alleinstehenden Single haben.

In dieser Freizeit habe ich mehrere andere Schicksale kennen gelernt und mehrere davon sind weniger schön, und es gab mir Anlass genug, meinem Gott und Schöpfer der sichtbaren und unsichtbaren Welt, ihm, meinem Herrn, einen Dank auszusprechen, dass er mich eigentlich reich beschenkt hat. Ich habe ein gut behütetes Elternhaus, Arbeit, gesunde Beine und Hände - und keinen Grund unzufrieden zu sein. Wir müssen uns der Aufgabe bewusst sein, füreinander vor Gott im Gebet treten, um täglich aus der Kraft Gottes zu schöpfen und in der voller Abhängigkeit des Schöpfers das Leben zu meistern.

Vor allem war ich von der Idee begeistert, dass man bei den Spielen nicht nur an einem Tisch bleibt, sondern die Möglichkeit gegeben wird mal herüberzuwechseln, um andere Teilnehmer kennen zu lernen und dabei wird keiner übersehen.

Zweitens war ich von dem Redner der Freizeit, Manfred Eichtinger, beeindruckt. Eines muss man ihm lassen, bei ihm hatte man keine Chance abzuschalten. Er verstand es vorzugsweise, uns so in seinem Vortrag einzubeziehen, dass jeder die Möglichkeit hatte etwas beizutragen. Vor allem, wie er uns die Geschichte von Jeftah im Richterbuch ausmalte. Er verstand es, die Handlung Jefta´s mit dem Thema Unzufriedenheit in Verbindung zu bringen. Die noble Haltung Jefta´s, der eigentlich ein Sohn einer Hure war, gegenüber seinen Brüdern hat uns vieles zu sagen. Ich für mein Teil habe viele lernsame Anweisungen für die Nachfolge aus die Vortrag entnehmen dürfen. Ich sog, wie ein Schwamm, jedes Wort in mich hinein und sagte mir immer wieder, es hat sich gelohnt an diesem Treffen teilzunehmen. Für mich hat der Satz: "wir dürfen aus den Steinen, die man uns in den Weg legt, einen Weg pflastern" eine große Bedeutung eingenommen. Ich habe begriffen, dass diese Steine einem nützlich sein können. Das Beispiel mit den großen und kleinen Steinen, dem Sand im Glas haben einem geholfen, manche ungelöste Probleme im Leben zu überdenken, weil man es oft im Leben falsch angepackt hat.

Du und ich müssen unsere Prioritäten richtig einsetzen. Wir wurden aufgerufen, ehrlich mit unserer Unzufriedenheit umzugehen und als Beispiel dafür ist uns die Hiob´s Geschichte aus der Bibel gegeben - Hiob war zu Recht unzufrieden und er stand zu seiner Unzufriedenheit, war sich und seiner Umgebung gegenüber ehrlich und Gott bekannte sich zu Hiob.

Und die wunderbare Sonntagspredigt über den Zöllner Levi, der den Name Matthäus erhielt. Das Gott uns da abholt, wo wir gerade stehen und in der Hand des Herrn sind wir keine Massenabfertigung oder Massenware.

Levi war ein Zöllner, Zöllner sein heißt ein Sünder sein, Matthäus heißt ein Geschenk oder eine Gabe Gottes.

Matthäus erkennt die Chance, er ergreift die Möglichkeit ein Zufriedenes Leben zu führen, er wird zum engsten Kreis der zwölf Jünger gezählt, er änderte sein Leben, er wurde zufrieden und bekam echte Freunde. Jesus sprach zu Levi "Folge mir nach" (Lukas 5,27) und er, Levi "verließ alles, stand auf und folgte ihm nach" (Lukas 5,28). Diese Entscheidung hat sein Leben verändert. Auch wir dürfen diese Möglichkeit in Anspruch nehmen.

Ich bereue nur eines, dass ich nicht schon früher an solchen Freizeiten teilgenommen habe.

Olga Unrau