Bereit sein für
Gottes Gelegenheiten.
Am 06.09.02 um 17.00 Uhr
erreichten wir nach einer kurvenreichen Bergfahrt das Freizeitheim „Brücke zur
Heimat“
Wir wurden sofort sehr freundlich
von der Mitarbeiterin Helene Wiebe empfangen.Sie führte uns gleich durchs Haus
und wies uns ein Zweibettzimmer zu. Wir waren nun erstmals damit beschäftigt
unser Gepäck nach Oben zu bringen. Nach und nach trudelten auch die letzten Singles
ein und einige liefen erstmals ums Haus, um die Gegend zu erkunden.
Gegen 19.00 Uhr gab es Abendessen.
Die Mitarbeiter hatten sich etwas ganz originelles ausgedacht, damit wir bei
jeder Mahlzeit und Zusammenkunft anders sitzen. Jeder Teilnehmer zog ein
Kärtchen mit einem Muster drauf und musste dasselbe am Tisch finden. Dadurch
sollten die Chancen erhöht werden, das auch die Schüchternen sich näher kommen.
Das Abendessen war ganz reichhaltig, es gab Käse und Wurst, Nudelsalat und Brot.
Während des Essens begann ein lebhaftes
Kreuzverhör. So erfuhr man einiges über den Tischnachbar.
Um 20.00 Uhr trafen wir uns im
Gemeinschaftsraum und sangen bestimmt so 20 Lieder, was mir sehr gut gefiel.
Danach machten wir zwei Spiele, beim ersten mussten wir uns in 2 Gruppen aufteilen
und dann immer nach Buchstaben oder Namen, Haarlänge, Geburtsmonaten sortieren.
Das war sehr amysant, doch leider befand ich mich in der Verlierergruppe. Beim
nächsten Spiel haben sich alle gedrückt und Blickkontakt gemieden, als man Sie
aufforderte mitzumachen. Es wurden 2 Stühle nebeneinander gestellt und aus
jeder Gruppe einer ausgewählt. Während die Ärmsten vorne immer abwechselnd einen
Hut aufgestülpt bekamen, mussten Sie jedes Mal ein anderes Lied singen, bis Ihnen
keins mehr einfiel. Wer verschont gebliebenen amysierten uns prächtig.
Ach, ja der Gemeinschaftsraum
wurde von dicken Hornissen besucht, die trotz unseres Gesanges nicht freiwillig
verschwanden. Ein sehr gelenkiger ZIWI nahm die Verfolgungsjagd auf.
Meine Zimmerkollegin und ich
gingen dann gegen 22.30 Uhr schlafen. Doch von schlafen konnte erst mal keine Rede
sein. „Bum, Klohspühlung, bum, Klohspühlung“. Irgendwann als dann auch der
Letzte seinen Toilettengang beendet hatte, schliefen wir erschöpft ein.
Ein neuer Tag beginnt und ich freu
mich, was mich noch erwarten würde.
Nachdem ich endlich mal die
Gelegenheit hatte, ins Bad zu kommen, wir teilten uns eins zu sieben Personen, erledigte
ich schnell das Nötigste, um zum Frühstück zu kommen.
Als wir uns alle gestärkt hatten,
ging es hinauf in den Aufenthaltsraum, der einsamen übriggebliebenen Hornisse
Gesellschaft zu leisten. Wir sangen wieder viele Lieder. Der Bibelschullehrer Herr
Kotsch ließ auf sich warten und so wurden wir dann mit Sketchen auf unseren
Stühlen gehalten. Gegen 11.30 Uhr als sich schon Pessimismus unter den Singles breit
machte, ob Herr Kotsch wohl überhaupt noch kommt, da stand er plötzlich in der
Tür. Er hielt dann einen sehr ermutigenden Vortrag und ich merkte gleich, das
er das, was andere in 2 Stunden sagen können, in 15 Minuten hinbekam. Alle
hingen an seinen Lippen, denn es ging um Gelegenheiten, die wir täglich haben,
um von Gott zu reden oder Liebe zu leben im Umgang mit anderen Menschen. Wir
tauschten Gelegenheiten aus, denen wir begegnet sind im Alltag.
Wir hatten eine Bibelarbeit über
Menschen Gottes, aus dem neuen und altem Testament, die Gelegenheiten ergriffen
haben, im Vertrauen auf Gott, selbst wenn sie, wie es bei Stephanus der Fall
war, ihr Leben lassen mussten.
Anschließend gab es eine Pause zum
Ausruhen, Spazieren gehen usw. Auf dem Spaziergang habe ich mich mit einer
Altersgenossin sehr gut ausgetauscht. Wir verbrachten einige Stunden draußen und
verzichteten aufs Kaffeetrinken, um uns weiter zu unterhalten. Zu unserer
Freude beriet uns Agathe noch darüber, welche Farben am besten zu unserem Typ
passen.
Nach dem Abendbrot trafen wir uns
um 20.30 Uhr im Gemeinschaftsraum und Herr Kotsch hielt den Abend. Wir konnten alle
sehr viel mitnehmen. Im Anschluß wurden noch Spiele gemacht und wir
unterhielten uns, was sehr ermutigend war.
Das Wetter war das ganze
Wochenende sehr schön, obwohl Regen gemeldet war.
Mir persönlich hat die Freizeit gut
gefallen, auch wenn ich mehr Teilnehmer erwartet habe, Ausgewogenheit zwischen
beiden Geschlechtern. Ich finde es war eine gelungene Freizeit und es sollten mehr
Leute den Mut haben, sich anzumelden.
Raphaela Mumbauer